Transibirische Eisenbahn – von China über die Mongolei nach Russland

Reisezeitraum: September 2019

Tja die Fahrt mit der Trans-Mongolischen-Eisenbahn stand schon sehr sehr lange auf meiner Wunschliste. Und dann war endlich der Tag gekommen. 8.000 Kilometer, viele Zeit- und Klimazonen später sind wir wirklich von China über die Mongolei bis nach Moskau gefahren. Wir haben alles selber organisiert also die Zugtickets online direkt bei der Russischen Staatsbahn gekauft oder das chinesische und mongolische Ticket bei lokalen Reiseveranstaltern per E-Mail. Diese Tickets wurden dann immer direkt ins Hotel geliefert. Das aufwendigste und auch teuerste waren definitiv die Visa Dokumente für China, Mongolei und Russland. Die unterschiedlichen strengen Einreisebestimmungen erfordern, dass man schon vorab alles gebucht hat, weil die Behörden genau wissen wollen, wo wir wann wie lange bleiben. Nachdem das geschafft war, machten wir uns an die Planung, was wir in den jeweiligen Städten alles sehen wollen. Man kann ja mit dem Zug unterschiedliche Stopps einlegen – je nachdem wieviel Zeit man hat für den Trip. Auf unserem Plan stand definitiv der Baikalsee in Irkutsk, die Hauptstadt Sibiriens Novosibirsk sowie Ekaterinburg, als das Paris des Nordens. Für die Zugfahrt sollte man immer ein Taschenmesser für die Jause mithaben, da wir uns ja bei jedem Stopp mit Käse, Oliven und Brot eingedeckt haben. Da es keinen Kühlschrank gibt, war auch Vodka im Gepäck und natürlich Tee, da es in den Abteilen überall kleine Holzöfen gibt, die das Wasser aufkochen. Dann sollte man sich mit genügend Hörbüchern oder Zeitschriften eindecken. Es gibt nichts Entspannenderes als mit Kopfhörern einem guten Buch zu lauschen, während die Landschaft an einem vorbeizieht. Ja und dann natürlich bequeme Kleidung und eine Taschenlampe, wenn man nachts mal raus muss.

Peking – Ulaanbaator / Mongolei

Unsere Zugreise startete in Peking / China. Der erste Teilabschnitt sind rund 30 Stunden. Hier sind ca.  6 Stunden Wartezeit fürs Umspuren von Normal auf Breitspur inkludiert. Dafür geht die Fahrt aber auch durch die Wüste Gobi. Darüber hinaus ist dieser Streckenabschnitt auch der teuerste, da man in China nicht so leicht vom Ausland aus ein Zugticket kaufen kann und hier alles über lokale Reiseagenturen geht, die ordentlich Taxen aufschlagen. Wer weniger Zeit und Geld hat, kann ganz einfach abkürzen und sich einen 2-Stunden Flug von Peking nach Ulaanbaatar / Mongolei kaufen. In der Mongolei angekommen wollten wir gleich raus in die Natur. Wir mieteten ein Auto und begaben uns in den Terelj-Nationalpark, um die Nacht in einer Jurte zu verbringen. Ein wirklich wunderschönes Erlebnis stundenlang durch die hügelige, moosgrüne Landschaft zu fahren und unzählige Yaks in freier Natur zu fotografieren. Auch das Übernachten in der traditionellen Jurte im Tereij Star Hotel war ein Erlebnis. Ja und dann steht mitten im Nirgendwo eine einige 100 Meter hohe Dschinghis Khan Statue. Ein Aufzug führt bis in den Kopf von wo aus man in den Arm als Aussichtsterrasse die Umgebung erkunden kann. Am nächsten Tag fuhren wir dann wieder zurück nach Ulaanbaator um uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Das Dinosaurier-Museum, mit den ältesten Dinosaurier Funden aus der Wüste Gobi, das Gandan Kloster, der Tschojdschin-Lama-Tempel sowie der Suchbaatar Platz mit den bekannten Kaschmir-Geschäften. Gewohnt haben wir im super schicken Khuvsgul Lake Hotel mitten in der Stadt. Bevor wir wieder in den Zug einstiegen gönnten wir uns noch eine wohltuende Rückenmassage.

Ulaanbaator / Mongolei – Irkutsk / Russland

Um 15:22 Uhr Uhr Ortszeit war Abfahrt von Ulaanbaator zu unserem ersten Stopp in Russland. Rund 24 Stunden später kamen wir am späten Nachmittag in Irkutsk an. Bei einem Stadtspaziergang entlang der Karl-Marx-Straße sahen wir den Kirov Platz, die Gotteserscheinungskathedrale, die Erlöserkirche sowie das Zarendenkmal. Danach gönnten wir uns die besten Lachsbällchen der Welt im Rassolnik, einem der entzückendsten Vintage-Restaurants in dem ich je war. Wir dinierten somit mit Pastete, Fisch und Fleisch und tranken russischen Wein – und das alles zu einem unschlagbar günstigen Preis. Der nächste Tag war für einen Ausflug an den Baikalsee reserviert. Die unheimlich nette Rezeptionistin des Sovetskaya Themed Hotel organisierte uns einen Fahrer, der uns die Stunde in Richtung See brachte. Wir genossen den Morgen am Seeufer, schlenderten herum und stärkten uns am Fisch- und Gemüsemarkt mit einem traditionellen Frühstück. Darüber hinaus deckten wir uns noch mit reichlich eingeschweißtem Fisch ein, damit wir auf dem nächsten Zugabschnitt auch genug zu essen haben. Am späten Nachmittag waren wir wieder in Irkutsk, versorgten uns noch mit weiteren Proviant und setzten unsere Fahrt nach Sibirien fort.

Irkutsk / Russland – Novosibirsk / Russland

Nach rund 30 Stunden Zugfahrt kamen wir abends in Novosibirsk an. Nach dem Bezug des Marins Park Hotels gleich gegenüber dem Bahnhof ging es auf Sight-Seeing-Tour durch die Sibirische Nacht. Wir sahen den Leninplatz, das staatliche Theater für Oper und Ballett, die Philharmonie, die Verklärungskathedrale sowie die Himmelfahrtskathedrale. Nach einem ausgiebigen russischen Frühstück stiegen wir in der Früh wieder in die Transsib und unser nächster Teilabschnitt begann.

Novosibirsk / Russland – Ekaterinburg / Russland

22 Stunden später kamen wir um fünf Uhr morgens in Ekaterinburg an. Das Marins Park Hotel ist auch hier gleich gegenüber dem Bahnhof und hatte unsere Zimmer schon verfügbar, damit wir frühzeitig einchecken können. So konnten wir noch gemütlich auspacken, in den Tag starten, ausgiebig frühstücken bevor wir auch hier die Stadtbesichtigungstour starteten. Die Stadt am Ural hat einiges zu bieten: Zarengedenkstätte, Literaturviertel, Auferstehungskirche, Kriegsmuseum, Gemäldegalerie sowie die Oper. Besonders interessant war das Nationalmuseum, wo uns eine entzückende Galeristin die Geschichte der Stadt erklärte. Ekaterinburg ist bestens für die Touristen gerüstet. Man braucht nur der roten Linie, die auf Gehsteigen angebracht wurde, durch die Stadt folgen, und kommt so an allen Sehenswürdigkeiten vorbei. Und einen Restauranttipp braucht es auch noch: Das Pashtet war wirklich jeden Cent wert. Pashtet hieß die Katze des Besitzers, was sich auf den Tapeten wiederfindet. Spezialität des Hauses ist, wie es der Name schon sagt, hausgemachte Pasteten aus überwiegend regionalen Produkten und Lebensmitteln. Unbedingt vorbeischauen. Tja und was die Russen auch noch super gut können ist Nagelpflege. 😉 Shellac zu einem unschlagbaren Preis und großartiger Qualität im Nail Republic Studio.

Ekaterinburg / Russland – Moskau / Russland

Tja und dann begann auch schon unser letzter Teilabschnitt der Reise. Die rund 30 Stunden Fahrt durch das Uralgebirge vergingen wie im Flug und schon waren wir abends in Moskau. Mit der Maxim Taxi-App ging es ins People Red Square Hotel direkt gegenüber dem Kreml. Ein unglaublicher Anblick auf Moskaus wohl berühmteste Sehenswürdigkeit. Der Rote Platz, der Kreml, die Maria-Verkündigungs-Kathedrale, die Erzengel-Kathedrale, das Lenin Mausoleum, das Dreifaltigkeitstor, der Glockenturm, der Facettenpalast, das Bolschoi-Theater sowie das Gulag Museum. Moskau hat so viel zu bieten und wir konnten uns kaum satt sehen von der Stadt.

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Daniela Lehenbauer​

Als Kommunikationsmanagerin sehe ich mich als Netzwerkerin, Geschichtenerzählerin, Event Expertin, Krisen- und Changemanagerin, Analystin und Strategin. Hier schreibe ich über tolle Momente meines Lebens. Viel Spaß beim Stöbern.

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