Kutaisi – Top 5

Reisezeitraum: Oktober 2019

Ausflüge: Die drittgrößte Stadt Georgiens, Kutaisi, im Zentrum der Region Imereti mit seinen 147.000 Einwohnern, besticht vor allem durch die landschaftlichen Sehenswürdigkeiten. Deshalb sollte man hier unbedingt die Gegend erkunden. Entweder man nimmt sich einen privaten Fahrer oder schließt sich einem der vielen Sammeltaxis, den sogenannten Marshrutkas an. Unser Taxifahrer hat für den 7 Stunden Ausflug 20 € pro Person (60 Lari) verlangt – exklusive Eintritte. Wir haben uns zu Beginn den Martivili Canyon in der Samegrelo Region angesehen. Der Canyon ist bekannt für seine fossilen Funde von prähistorischen Tieren, die vor 75 Millionen Jahren gelebt haben. Wenn der Abasha River genug Wasser hat kann man auch eine Bootsfahrt dazubuchen. Ansonsten spaziert man auf den ausgeschilderten Wegen ca. 20 Minuten den Canyon entlang. Der nächste Stopp war der Okatse Canyon im Satsiskvillos Valley in Imereti. Highlight des 7km langen Rundwanderweges ist der 1,2 km lange schwebende Wanderweg, direkt über dem Canyon mit Stützpfeilern und Aussichtsplattform in luftiger Höhe. Man sollte für die Tour mit vielen Stufen und rauf und runter rund 2 Stunden einplanen – je nachdem wieviele Fotostopps man macht. Man kann sich auch gegen Aufpreis direkt zum schwebenden Wanderweg-Abschnitt bringen lassen und alles in einer Stunde erkunden. Ansonsten kostet der Eintritt 17,50 Lari (~6 € pro Person). Als letzten Punkt des Tages fuhren wir noch zur Prometheus Cave in die Ortschaft Kumistavi in der Region Imereti. Für umgerechnet 13 € Eintritt (25 Lari Höhle und 15 Lari Bootsfahrt) kann man hier durch die rund 1,2 km lange Tropfsteinhöhle gehen und die sehr naturbelassene Höhle mit den Stalagmiten, Stalaktiten sowie anderen Formationen mit Effektbeleuchtung besichtigen. Das gesamte Höhlensystem ist wohl 12 km lang, dir Standard-Tour führt allerdings nur durch einen kleinen Teil und dauert ca. 45 Minuten. Die riesigen Tropfsteine, die pro cm 100 Jahre benötigen zum Wachsen, lassen darauf schließen, dass sie über 5 Millionen Jahre alt sein muss. Entdeckt wurde sie übrigens erst 1984 von einem georgischen Forscher. Für die Ausfahrt aus der Höhle nehmen wir für die 300m noch das Boot über den unterirdischen See. Sehr schöner Ausklang des Besuchstags.

Kutaisi Sights: In der Stadt selbst gibt es natürlich auch einiges zu besichtigen. Die Stadt hat immer noch sowjetischen Charme, viele Gebäude stehen leer bzw. ihre Restaurierung wird sicher bald wieder aufgegriffen, aber einiges wurde herausgeputzt wie die Bagrati Church, die bis 2017 UNESCO Weltkulturerbe war und einen wunderbaren Ausblick über die Stadt (15-30 min zu Fuß vom Zentrum entfernt) bietet. Die Kirche ist über 1000 Jahre alt und musste nach ihrer Sprengung und Verwüstung durch die Osmanen im 17. Jahrhundert aufwendig restauriert werden. Im Zentrum der Stadt besichtigt man noch das Opern- und Theatergebäude, den Central Square Fountain, den Boulevard Zentralpark und die White Bridge. Ein lustiges Erlebnis ist es für ~ 30 Cent (1 Lari pro Strecke) die alte Seilbahn vom Ufer des Rioni Rivers bzw. von der Weißen Brücke rauf zum Park der Kultur und Erholung (Besik Gabashvili Park) zu nehmen. Dort oben findet man einen alten verlassenen Vergnügungspark – eine Mischung aus Museum und Horrorfilm zugleich – dessen Fahrgeschäfte einige sogar noch in Betrieb sind. Die Riesenradfahrt war nicht nur aufgrund der Höhe beängstigend, sondern vor allem durch das Knarren und Knattern der alten Gondeln und der ganzen Konstruktion. Es lohnt sich also auf jeden Fall einen halben Tag durch das historische Zentrum (Mepetubani) und die unterschiedlichen Stadtviertel zu schlendern. Etwas außerhalb gibt es noch das moderne Parlament, dass man allerdings nur von außen besichtigen kann. Wer noch einen Vormittag Zeit hat sollte für rund 26 € (80 Lari pro Auto) wieder einen Ausflug machen zu den beiden Kirchen- bzw. Klosteranlagen Gelati und Motsameta. Sie stammen beide aus der Zeit des Königreichs Imeretien im 11. Jahrhundert und liegen nah beieinander ca. 15 km außerhalb der Stadt. Gelati ist UNESCO-Weltkulturerbe und prägte das georgische Geistesleben vor allem durch die angeschlossene Akademie an das Kloster. Motsameta besticht durch die beeindruckende Bauweise mitten auf einem Berg über einen tiefen Schlucht. Unbedingt ansehen. Der Eintritt bei beiden ist frei.

Wer einkaufen möchte hat dazu in den kleinen Shops in der Innenstadt jede Menge Möglichkeiten. Was ich bei Stadtbesichtigungen liebe sind aber Märkte. Deshalb sollte man etwas raus aus dem Zentrum zum großen Bazaar in der Ilia Chavchavadze Avenue fahren und dort den Georgiern beim Handeln und Feilschen zusehen. Nirgends kann man ein Land in Punkto Essensgewohnheiten, kulturelle Besonderheiten, Gerüche oder Sprache besser kennenlernen als beim Markttreiben. Was ich bis dahin nicht kannte, waren die wilden Aprikosen, die in jedem Garten in der ganzen Region angebaut werden. Die Früchte werden geerntet und dann hauptsächlich zum Trocknen auf Schnüren gehängt. Neben Lebensmitteln bietet der Markt noch Kleidung, Elekronik und allerhand Kurioses. Unbedingt ein Besuch Wert.

Georgiens Küche galt als die Haute Cuisine der sowjetischen Küche. Generell spielt Fleisch eine große Rolle mit Gerichten aus Schwein, Rind, Hammel, Hirsche, Bergziegen, Hasen, Kaninchen, Wachteln oder Fasan. Aber auch vegetarisch gibt es hier einiges. Typische Vorspeisen sind gefüllte Auberginen mit Walnusspaste (Badridschani), Kosten sollte man unbedingt das Adscharuli Chatschapuri, gefüllt mit Käse und einem Spiegelei und die Walnusssoße (Baji) passt perfekt zu Kartoffeln und sie essen Käsesorten wie den Imeruli (Käse aus der Region Imereti) oder den Guda (Käse aus den Bergen). Dazu gibt es georgischen Wein. Der traditionelle Weinausbau in Amphoren (Quevri) wurde 2013 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Nach der traditionellen Weinzubereitung und wenn der Gärungsprozess abgeschlossen ist, kommt der Jungwein in Quevri. Diese Tongefäße sind in die Erde eingelassen und nur der Hals ragt aus dem Boden. Sie werden mit einem Stein versiegelt, der mit Ton und Holzasche abgedichtet ist, damit kein Schimmelpilz eindringt. In diesen irdenen Gefäßen bleibt der Wein, bis er ausgereift ist. Auf die Zubereitung sind sie sehr stolz. All die Weißweine, die wir nach dieser Zubereitungsart gekostet haben, erinnerten aufgrund ihrer gelb-braunen Farbe und dem intensiven Geschmack eher an Liköre. Geschmacksache! Und natürlich dürfen auch ein paar Restaurant Tipps nicht fehlen. Im Toma‘s Wine House bekommt man zum Fixpreis von 12 € (40 Lari) ein komplettes Menü von georgischen Spezialitäten von der Mutter des Besitzers selbst gekocht und dazu pro Person einen halben Liter Wein. Ganz tolles persönliches Service und Ambiente etwas außerhalb des Stadtzentrums – aber das Taxi kostet ja nur 1 € pro Fahrt in der Stadt. Toll waren auch die beiden bekannten Restaurants Palaty (ein kleines Restaurant mit Wohnzimmeratmosphäre) und Papavero, wobei zweiteres auch europäische und vegane Küche anbietet. Das Our Garden Cafe, gleich neben der Bagrati Church, besticht durch den Garten und den liebevoll eingerichteten Gastraum – nicht unbedingt durch den organisierten Service. Bei Einheimischen sehr beliebt ist das Restaurant Baraga, gleich neben dem Springbrunnen, wegen seiner authentischen Küche.

Practicals: Eine meiner Top5 widme ich den ‚good to know’ Dingen, die bei jeder Reise essenziell sind. Angekommen am Davit Aghmashenebeli Airport stehen ATM‘s damit man sich gleich einige Lari haben kann und dann ein Taxi 10 € (30 Lari) oder den Kleinbus für 5 Lari) die 20 Kilometer in die Stadt nimmt. Die Stadt ist ausreichend mit den Mashrutkas bzw. den Stadtbussen erschlossen. Man bezahlt den Fahrer direkt beim Aussteigen 20 Cent (~1 Lari). Das ist wohl die Entscheidung, die man treffen muss. Nimmt man ein paar Euros mehr in die Hand und hat einen privaten Chauffeur und ist somit auch flexibler und schneller bei den Sehenswürdigkeiten oder hat man mehr Zeit und beschäftigt sich mit den Fahrplänen der Mashrutkas – bestimmt die billigste Variante. Es waren auch wirklich wenig Touristen bei allen Attraktionen anzutreffen. Also würde ich sagen, das Land bald mal besuchen, bevor auch hier die großen Reiseveranstalter ihre Gruppen einbuchen. Ach ja und mit der wohl wichtigsten App – Maps Me – mit der Offline Downloadkarte von der jeweiligen Destination fahre ich nirgends mehr hin. Damit findet man sich überall zurecht und kann auch gerade bei Taxifahrten nachvollziehen wo man ist. Was in Georgien auch super günstig ist, ist Kosmetik. Für umgerechnet 10 € (30 Lari) wurde ich manikürt und erhielt eine super ordentliche Pediküre im ABB (acedemy beautiful business) Nail Studio in der Zviad Gamsakhurdia Avenue. Absolut zu empfehlen.

 

 

 

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Daniela Lehenbauer​

Als Kommunikationsmanagerin sehe ich mich als Netzwerkerin, Geschichtenerzählerin, Event Expertin, Krisen- und Changemanagerin, Analystin und Strategin. Hier schreibe ich über tolle Momente meines Lebens. Viel Spaß beim Stöbern.

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