Bosnien und Herzegowina Rundreise – Top 5

Reisezeitraum: August 2017

  • Gleich nach der Grenze Kroatiens kommt man in den Ort Gradiska etwa 40 Kilometer von Banja Luka entfernt. Dort verbrachten wir eine Nacht bei der Familie eines Freundes. Übrigens für die Einreise nach Bosnien braucht man die grüne Versicherungskarte, die man üblicherweise bei Versicherungsabschluss bekommt.
  • Unser nächster Stopp war die Stadt Banja Luka, die mit ihren 200.000 EinwohnerInnen die größte Stadt der Serbischen Republik und die zweitgrößte Stadt Bosnien und Herzegowinas ist. Sie ist nicht nur politisches, administratives und finanzielles Zentrum der Serbischen Republik, sondern auch Bildungs- und Kulturzentrum. Die Stadt liegt in einer Senke am Übergang des Dinaridengebirges im Süden in die pannonische Tiefebene im Norden. Dank seiner vielen Grünflächen trägt Banja Luka den Beinamen „Die grüne Stadt“ und wird als die Stadt der Jungen, des Sportes und der schönen Frauen genannt. Unbedingt kosten sollte man hier die berühmten Cevap (faschierte Würstel) und das Bier „Nektar“. So viel Natur lädt zum Sport ein. Der 31 Kilometer lange Fluß Vrbas, der durch wunderschöne Schluchten bis in die Stadt führt, bietet sich perfekt für eine Raftingtour an. Stromschnellen, heiße Quellen und gestaute Flußabschnitte sorgen für allerhand Abwechslung. Ein großartiger Tag! Als Raftinganbieter kann ich Argonaut Rafting empfehlen. Das beste Meeresrisotto meines Lebens gibt’s darüber hinaus im Restoran Mala Stanica.
  • Wenn man in der Gegend um Banja Luka ist, muss man unbedingt dem Nationalpark Kozara bei der Ortschaft Kozarac in der Republika Srpska einen Besuch abstatten. Er ist eines der drei existierenden Nationalparks in Bosnien und Herzegowina. Er wurde 1967 durch den damaligen Präsidenten Jugoslawiens Josip Broz Tito gegründet. Er ist heute ein beliebtes Jagdgebiet und Teile davon laden zum Spazierengehen, Wandern, Radfahren und Kräuter sammeln ein. Bekannt wurde der Berg allerdings als Schauplatz erbitterter Kämpfe im Zweiten Weltkrieg. Die sogenannte Kozara-Offensive, ein Propaganda-Spruch der Wehrmacht, die als Teil der deutschen Operation West-Bosnien anfing, traf auf jugoslawische Partisanen, wobei unzählige Soldaten und Zivilisten ihr Leben ließen. Heute erinnern ein Denkmal und ein Museum an die blutigen Geschehnisse.
  • Völlig überrascht war ich von der pulsierenden Metropole Sarajewo. Die rund 400.000 EinwohnerInnen der Stadt können auf eine bewegte Geschichte zurückblicken – genießen das Leben nun aber in vollen Zügen. Sarajewo ist Hauptstadt und Regierungssitz von Bosnien und Herzegowina, der Föderation Bosnien und Herzegowina, des Kantons Sarajevo sowie de jure der Republika Srpska. Die Stadt wurde vor allem durch drei Ereignisse weltweit bekannt: durch das Attentat von Sarajevo an Franz Ferdinand am 28. Juni 1914, durch die Olympischen Winterspiele 1984 und durch die Belagerung durch Truppen der Vojska Republike Srpske während des Bosnienkrieges 1992 bis 1995. Bei unserer Tour durch die Stadt konnten wir zu allen drei Ereignissen Erinnerungen finden: An den Ort des Attentats ist die Latin Bridge und ein Museum, das Olympische Dorf mit seinem Stadion kann besucht werden und unzählige Einschusslöcher an Gebäuden in der ganzen Stadt erinnern auch heute noch an die Kämpfe der Stadt. Herumschlendern, sich treiben lassen, Moscheen und Kirchen besuchen und ab und zu einen türkischen Kaffee trinken. Eine tolle relaxte Stadt, die viel zu bieten hat! Als Reisezeitraum bietet sich übrigens Mitte August sehr gut an, da zu dieser Zeit jährlich das Sarajewo Film Festival stattfindet und es von feierfreudigen Menschen nur so wuselt in den Bars und Restaurants der Stadt. Die besten Cevaps gibt’s übrigens in der Cevabdzinica Zeljo. Am Weg nach Sarajewo kamen wir übrigens noch an der entzückenden Kaiserstadt Jajce vorbei.
  • Dem tollen Essen muss ich auch einen eigenen Punkt widmen. Die bosnische Küche ist sehr fleischlastig und Teil der jugoslawischen Küche. Aufgrund der vielen Muslimen wird zwar wenig Schweinefleisch gegessen, dennoch findet man Kalb, Rind, Lamm und Hähnchen auf jeder Speisekarte. Vorrangig in gegrillter Version in Form der Cevaps – der faschierten Fleischwürstel. Dazu gibt’s köstliches Somun (Fladenbrot), Kaymak (Rahmaufstrich) und den tollen Shopska Salat aus Gurken, Tomaten, Zwiebel und Feta Käse. Als Nachspeise wird häufig Balkava gereicht, dass auf die türkische Besatzungszeit zurückzuführen ist. In den Pekara’s (Bäckereien) findet man auch überall die sogenannten bureks, ein Blätterteiggebäck gefüllt mit Fleisch oder Schafskäse.

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Daniela Lehenbauer​

Als Kommunikationsmanagerin sehe ich mich als Netzwerkerin, Geschichtenerzählerin, Event Expertin, Krisen- und Changemanagerin, Analystin und Strategin. Hier schreibe ich über tolle Momente meines Lebens. Viel Spaß beim Stöbern.

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