Hike Nummer 2: Namo Buddha

Reisezeitraum: Jänner 2017

Letztes Wochenende stand neben der Bergtour auch Spiritualität am Programm. Ziel war das Kloster Namo Buddha. Früh morgens um 7 nahmen wir zuerst den Bus von Bhaktapur nach Dhulikhel. Dort angekommen empfing uns ein kleiner alter und sehr weiser Mann namens Pruna im Nawara Guest House. Hier soll es die besten Buchweizenpfannkuchen mit Schokolade und Bananen geben und dazu noch richtig starken Espresso und ich wurde nicht enttäuscht. Pruna hat mir auch noch etwas auf den Weg gegeben, über das ich den ganzen Tag nachdenken musste. Auf die Frage, wie er die Nachrichten über den neuen amerikanischen Präsidenten einschätzt, antwortete er: „Schlechte Menschen werden gut und gute Menschen werden schlecht. Es kommt immer auf den Guru an. Sein Karma ist wohl noch nicht fertig“. Mit diesem ganz anderen Blickwinkel auf die Geschichte starteten wir in den Tag und erklommen zuerst mal den „1000 Stairs Tempel“ – und es waren wirklich gefühlte 1000 Stufen. Mit einem herrlichen Ausblick auf die Berge belohnt, ging‘s dann bergauf, bergab durch Mandarinenfelder und Reisplantagen. Am Weg nahmen wir auch noch die Australierin Jenny mit, die sich verlaufen hatte, da es ja nirgends Wegweiser oder ähnliches gibt. Man geht einfach in die angedachte Richtung. Nach knappen 15 Kilometern lag es dann vor uns. Namo Buddha. Wenn alle anwesend sind, leben in dieser Kultstätte rund 250 buddhistische Mönche auf rund 1.800 Metern. Die Geschichte sagt, dass Buddha eines Tages durch einen Wald ging und auf eine Tigerin traf, die ihn fressen wollte. Er bat um sein Leben, aber die Tigerin erklärte ihm, dass ihre fünf Jungen hungern müssten und dass sie daher zur Jagd gezwungen sei. Um sie zu retten, soll ihnen der Buddha sein eigenes Fleisch zum Fressen angeboten haben. Diese freiwillige Opferung gilt als leuchtendes Beispiel des Buddhismus dominierenden Prinzips vom „Mitgefühl mit allen lebenden Wesen“. Somit ist dieser Ort einer der wichtigsten buddhistischen Kultorte des Kaṭhmaṇḍau-Tales und nach Lumbini, Swayambhunath und Bodhnath einer der heiligsten Orte in Nepal. Zu sehen gibt es das buddhistische Kloster Thrangu Tashi Yangtse Monastery (www.namobuddha.org). Obligatorisch ist der Besuch der Pujas (Gottesdienste) zwischen 6 und 7 Uhr morgens und von 15.30 bis 16.30 Uhr am Nachmittag. Trompeten, Trommeln, Mantras, Singsang der Mönche und das in einer reichlich geschmückten Gebetshalle mit Fresken, Wimpeln und Statuen ermöglichten mir ein Eintauchen in den tibetischen Buddhismus. Der Klosterkomplex bietet dann noch weitere Hallen, Unterkünfte für die Mönche und Seminarräume für den Unterricht, da auch rund 70 Jungmönche oben leben. Der Nachwuchs bekommt zusätzlich zu den buddhistischen Lehren auch normalen Schulunterricht in Mathematik, Naturwissenschaft und in Sprachen wie Nepali, Hindu und Englisch. Absolut erwähnenswert ist natürlich der Ausblick. Das Kathmandutal und der Blick auf das Himalayagebirge sind besonders bei Sonnenuntergang bzw. –aufgang herrlich. Die Stille und Energie dieses Ortes hat mich richtig in seinen Bann gezogen. Ich hatte leider nur eine Nacht. Wie gerne hätte ich von den Mönchen mehr über Meditationstechniken gelernt. Nach Morgengebet und Frühstück ging’s mit der Französin Jeanne und der Engländerin Molly wieder retour in Richtung Panauti, wo mein Bus Richtung Bhaktapur abfahren sollte. An einem Ende der Klosteranlage erreicht man einen Hügel mit unzähligen Gebetsfahnen, die einem den Weg ins Tal weisen. Über die beeindruckende Gegend mit Flüssen, Hängebrücken, Reisfeldern und Pinienwäldern rund um das entzückende Dorf Balthali erreichten wir nach drei Stunden zügigem auf und ab den kleinen Ort Khopasi. Müde und hungrig vom Gehen nahmen wir von dort aus den Bus nach Panauti. Panauti besticht durch seine Tempelanlagen in der Altstadt. Gestärkt von einer Portion Momos erfuhren wir am Busbahnhof, dass heute keine Busse von hier wegfahren. Müßig einen Nepalesen nach dem nicht nachvollziehbaren Grund zu fragen, hielten wir einfach den nächsten Mopedfahrer an, der uns zum nächstgelegenen Ort Banepa mitnahm, von wo aus auch wieder Busse fuhren. Der Mitte 30jährige Nepalese wollte für die Hilfe auf keinen Fall Geld annehmen und meinte auch, dass wir seine Gäste sind und das natürlich eine Selbstverständlichkeit ist. So sind sie die Nepalesen – hilfsbereit, gastfreundlich und lebensfroh.

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Daniela Lehenbauer​

Als Kommunikationsmanagerin sehe ich mich als Netzwerkerin, Geschichtenerzählerin, Event Expertin, Krisen- und Changemanagerin, Analystin und Strategin. Hier schreibe ich über tolle Momente meines Lebens. Viel Spaß beim Stöbern.

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