Pokhara und Trekking zum Australian Camp im Annapurna Gebiet

Reisezeitraum: Jänner 2017

„Ich reise, weil es keinen Grund gibt, zu Hause vor dem Fernseher alt zu werden“. Der pensionierte, reisefreudige Gerard, aus einem Vorort von Paris, ist nicht nur wie ich ein großer Fan vom Euro-Disneyland und hat eine beeindruckende und zugleich rührende Lebensgeschichte, er war auch einer der ersten Personen, die wir in Pokhara kennengelernt haben. Nach 8 Stunden Anreise, für 200 Kilometer, kamen wir ziemlich gerädert am Donnerstag Abend in Pokhara an. Bei uns würde die Fahrt knappe zwei Stunden dauern. Hier wird für Tee, Lunch und sonstige Ein- und Ausstiegswünsche immer angehalten und auch die Straßen erlauben kaum die zulässige Höchstgeschwindigkeit, wenn es so etwas hier geben würde, zu fahren. Der Ort grenzt im Süden an den Phewa-See, als zweitgrößten See Nepals und im Norden an den südlichen Ausläufer des Annapurnamassives. Nach einem Rundgang um den Phewa-See und die entspannte Atmosphäre in unserem Holy Lodge Guesthouse, fühlten wir uns aber gleich gut aufgehoben. Pokhara erinnert etwas an Zell am See. Der See ist mitten im Zentrum von lauter Bergen umzingelt und die Strandpromenade gleicht der touristischen Einkaufsstraße von Zell. Pokhara ist übrigens die zweitgrößte Stadt des Landes und bekannt für seine internationalen Restaurants, Bars und Shops und Ausgangspunkt für jede Menge Trekking Touren in der Annapurna Conservation Area. So auch für uns. Die Annapurna, ja der Berg ist weiblich und bedeutet übersetzt „die Göttin der Fülle“, ist der am seltensten bestiegene Achttausender und auf Grund der hohen Lawinengefahr einer der gefährlichsten Berge. Der höchste Gipfel ist 8091 Meter hoch und ist somit der zehnthöchsten Berg der Erde. Freitag früh um acht holte uns unser Guide Narayan ab und wir machten uns mit dem Taxi auf den Weg nach Dhampus. Die kleine Ortschaft, etwa 45 Minuten entfernt von Pokhara, ist unter anderem Startpunkt für das Annapurna Basecamp und führt auch uns rauf ins 2000 Meter hoch gelegene Australien Camp. Von dort aus liegen die Berggipfel des Annapurnas nur 15 Kilometer entfernt. Nach 4 Stunden bergauf, mit jeder Menge Stufen, lagen die Gipfel dann genau vor uns. Toller Blick, tolle Stimmung, tolle Erfahrung. Abends assen dann alle Trekker gemeinsam ihr Dal Bhat und im Anschluss machten wir es uns am Lagerfeuer gemütlich. In den Bergen heisst es dann früh aufstehen, um den Sonnenaufgang nicht zu versäumen. Danach ging es wieder runter ins Tal, um noch etwas Pokhara Luft zu genießen. Massage, Einkaufen, europäisches Essen und ein Bier mit befreundeten Nepalesen ließen uns dann gut schlafen, bevor wir am nächsten Tag wieder den ganzen Tag im Bus saßen. Geduld ist eine Tugend sagt man – so funktioniere ich normalerweise nicht. In Nepal habe ich mich aber viel darin geübt. Schuld an der 13stündigen Rückreise, für wie gesagt 200 Kilometer, war ein Motorschadens eines LKW’s, der beide Spuren einer Serpentinenstraße für Stunden lahm legte. Ein Captain der nepalesischen Armee, der wie 100 weitere Schaulustige die Reparatur des LKW’s bestaunte, meinte nur gelassen: „This is Nepal!“ Mit diesen wahren Worten ging nicht nur mein letztes Trekking, sondern auch meine tolle Nepal Reise zu Ende.

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Daniela Lehenbauer​

Als Kommunikationsmanagerin sehe ich mich als Netzwerkerin, Geschichtenerzählerin, Event Expertin, Krisen- und Changemanagerin, Analystin und Strategin. Hier schreibe ich über tolle Momente meines Lebens. Viel Spaß beim Stöbern.

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