Amsterdam – Top 5

Reisezeitraum: Juli 2017

  • Am besten startet man seinen Amsterdam Besuch mit dem Rad. Die Radwege durch die Stadt sind super ausgebaut und man bekommt sofort Orientierung und kann nacheinander alle Sehenswürdigkeiten abklappern. An der Museumsinsel sollte man definitiv einen Stopp einlegen und eines der tollen Kunsthäuser besuchen. Achtung: Die Eintrittskarten immer vorher online kaufen und zu der bestellten Zeit hinkommen. So spart man sich jede Menge Zeit in der Wartschlange vor den Ticketkassen. Ein Muss bei der Stadtrundfahrt ist sicher auch das Anne Frank Haus. Die Warteschlange vor dem Eintritt ist leider ewig lange – somit auch hier bis zu zwei Monate vor dem Besuch ein Ticket kaufen. Man muss aber nicht unbedingt reingehen, da man außer ihren Räumlichkeiten und der Landkarte mit den Positionen der Alliierten nicht viel sieht. Das Haus und die Geschichte Anne Franks ist ja nur eine von vielen jüdischen Schicksalen. Vielleicht solltet ihr auch besser das jüdische Museum und die Denkmäler im jüdischen Viertel besuchen.
  • Die Besonderheiten bei der Stadttour sind sicherlich die Grachten, die sich durch die Stadt schlängeln. Sie sind durchschnittlich drei Meter tief und bestehen aus 1 Meter Wasser, 1 Meter Schlamm und ca. 1 Meter, der voll von Fahrrädern ist. Bis zu 30.000 Räder werden einmal jährlich aus allen Grachten gefischt. Wichtig zu erwähnen ist sicher auch die besondere Architektur der Stadt. Die Gebäude lehnen alle etwas nach vorne, da jedes Haus mit einem Seilzug am Giebel ausgestattet ist der zum Möbeltransport bei Ein- und Auszug dient. Die Häuser sind ziemlich schmal und verfügen über eine Tiefe von 20 bis 30 Metern. Darüber hinaus hatten die Häuser bis Ende des 18. Jahrhunderts keine Hausnummern und der Postbote erkannte die jeweiligen BewohnerInnen nur durch die Insignien auf den Giebeln, die Auskunft über Religion, Beruf oder Herkunft des Besitzers gaben. Die Stadt wurde darüber hinaus auf einem Moorboden gebaut, der mit Hilfe von Windrädern trocken gelegt wurde. Die Häuser stehen bis heute auf Pfählen, die ca. 11 bis 16 Meter in den Boden gebohrt wurden.
  • Was man auch auf keinen Fall versäumen sollte ist abseits der Innenstadt auch die gratis Fähren auf die andere Seite der Stadt zu nehmen und den Ausblick zu genießen. Hinter dem Hauptbahnhof nimmt man zum Beispiel die Buikslotermeerfähre rüber zum Eye-Film-Museum und besucht die Gärten des Tolhuistuin. Als Tipp befindet sich dort auch das Clink Noord Hostel, dass für einen unkomplizierten Amsterdam Besuch sicher bestens geeignet ist. Wir haben übrigens im stylischen Urban Lodge Design Hotel etwas außerhalb der Innenstadt gewohnt.
  • Was wäre ein Besuch in Amsterdam ohne sich über seine Drogenpolitik zu informieren und sich im Rotlichtviertel umzusehen. Am besten man meldet sich zu einer gratis Freedam Tour an und gibt dem Guide – wenn man zufrieden war – ein entsprechendes Trinkgeld für alle die Informationen. Die Niederländer waren immer schon Seefahrer und durch den florierenden Seeweg nach Asien brachten asiatische EinwanderInnen auch Opium und jede Menge Gewürze und Kräuter in die Stadt. Zur Hochblüte des Drogenkonsums in den 60er Hippie-Jahren wurde das Heroin Problem aber immer größer. Um dem Einhalt zu gebieten, beschloss der Staat – mit Erfolg – leichte Drogen zu legalisieren. Wer somit laut Ausweis 18 Jahre alt ist, kann in der ganzen Stadt in den sogenannten Coffee Shops bis heute Marihuana als Zigarette oder in Form von Kuchen zum sofortigen Verzehr kaufen. In den Shops dürfen allerdings keine normalen Zigaretten geraucht werden und es wird auch kein Alkohol ausgeschenkt. Ein Bananen Milchshake schmeckt sowieso viel besser dazu. Die Regierung verschließt übrigens die Augen davor, wie die Drogen überhaupt in die Coffee Shops kommen, da diese Einnahmequelle mit 58% Steuern – vor allem durch die vielen TouristInnen – die Staatskasse gewaltig füllt. Alle Coffee Shop Lizenzen sind übrigens vergeben – man kann also nicht einfach so einen Neuen aufmachen. Und wo Drogen sind findet sich meist auch das horizontale Gewerbe. Im Rotlichtviertel der Stadt mieten sich Frauen um Euro 150,- eine Kabine für eine Schicht und warten hinter den Glasschaufenstern auf Kundschaft. Das kleinste Service kostet Euro 50,- und dauert im Durchschnitt 6 Minuten wobei die Frauen durchschnittlich 15 Freier pro Schicht haben. Die Prostitution hat eine sehr lange Tradition in der Stadt. Als Kolonialmacht gab es immer viele Seefahrer in Amsterdam. Die Stadt hat die Prostitution geduldet, da die Prostituierten als Selbstständige auch Steuern zahlen. Frauenhandel ist natürlich dennoch ein Thema und die Stadt versucht viel, um dem Einhalt zu gebieten. Grundsätzlich müssen alle Frauen 21 Jahre alt sein und einen gültigen EU Pass haben, um diesem Gewerbe nachzugehen.
  • Auch dem Essen muss ich in Amsterdam einen eigenen Punkt widmen. Die besten Frühstücksadressen sind Ivy & Bros oder das Omelegg – beide sehr zentral im Rotlichtviertel der Stadt. Snacks und tollen Appel Pie gibt es im Winkel 43 am Noordermarkt. Die besten Pommes mit Mayonnaise – die mehr oder weniger als niederländische Spezialität gelten – gibt es bei Urban Grill und tolle Burger aßen wir in der Burger Bar. Die Chocolate Chookies bei Van Stapele sind in der ganzen Stadt berühmt und einen super flaumigen Carrott cake gab es bei Back to Black Coffee. Tolles asiatisches Essen gibt es in Chinatown – ich empfehle das Vegetable Green Curry im Bird und wer zu später Stunde noch Lust auf den besten Mai Tai der Stadt hat, der geht ins Hiding in Plain Sight.

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Daniela Lehenbauer​

Als Kommunikationsmanagerin sehe ich mich als Netzwerkerin, Geschichtenerzählerin, Event Expertin, Krisen- und Changemanagerin, Analystin und Strategin. Hier schreibe ich über tolle Momente meines Lebens. Viel Spaß beim Stöbern.

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